Scalable Capital ist eine sogenannte Vollbank mit einer entsprechenden Lizenz durch die Aufsichtsbehörden. Das Unternehmen stellte im Herbst 2025 die Depots aller Kundinnen und Kunden um: Statt von der Baader Bank werden die Depots nun von Scalable selbst geführt.
Wie sicher ist Dein Geld auf dem Verrechnungskonto?
Die Guthaben auf de Tagesgeld- und auf dem Verrechnungskonto verwahrt Scalable bei Partnerbanken und bei Geldmarktfonds verwahrt.
Es liegt entweder bei der Scalable Capital Bank, einer Partnerbank oder einem Geldmarktfonds. Partnerbanken sind die Deutsche Bank, Münchener Hypothekenbank, Norddeutsche Landesbank/NordLB und HSBC Continental Europe. Im Fall der HSBC gilt die französische Einlagensicherung, die anderen Banken sind alle Mitglieder des gesetzlichen deutschen Einlagensicherungsfonds.
Damit ist das Guthaben bis 100.000 Euro pro Person und Bank im Fall einer Bankpleite gesichert. Zusätzlich sichert der freiwillige deutsche Einlagensicherungsfonds Guthaben bis mindestens 750.000 Euro ab. Allerdings entspricht aufgrund der schlechteren Bonität von Frankreich die Einlagensicherung französischer Banken wie der HSBC nicht den Finanztip-Stabilitätskriterien für sichere Banken. Mehr dazu liest Du in unserem Ratgeber zu sicheren Banken.
Allerdings parkt Scalable nicht immer die kompletten Guthaben auf Bankkonten. Im Depotmodell Free Broker wird ein Teil im Hintergrund in Geldmarktfonds investiert. Laut Scalable soll es sich dabei um „qualifizierte Geldmarktfonds“ von J.P. Morgan Asset Management, DWS und Blackrock handeln. Trotzdem ist Dein Geld weniger gut gesichert als auf einem Bankkonto. Du legst Deinen Notgroschen oder Sicherheitsbaustein besser auf einem normalen Tagesgeldkonto aus dem Kreis der Finanztip-Empfehlungen an.
Als Kunde oder Kundin von Scalable kannst Du auf dem Kontoauszug oder in der App sehen, wo Dein Guthaben auf dem Verrechnungskonto gelagert wird.
Welches Risiko besteht bei Geldmarktfonds?
Dazu ein vereinfachtes Beispiel: Du hast 50.000 Euro auf Deinem Verrechnungskonto bei Scalable. Wir nehmen zur Vereinfachung an, dass diese komplett in einem Geldmarktfonds landen. Du veränderst den Kontostand über ein Jahr nicht. Das Guthaben auf Deinem Konto beträgt nach einem Jahr bei angenommenen zwei Prozent Zinsen also 51.000 Euro. Der Geldmarktfonds hat in dem einem Jahr hingegen nur um 1,75 Prozent zugelegt. Seine Anteile sind also 50.875 Euro wert. Ginge Scalable Capital nun pleite, bekämst Du die Anteile am Geldmarktfonds. Sie sind jedoch 125 Euro weniger wert als Dein Konto-Guthaben.
Geldmarktfonds sind sehr risikoarme Fonds. In einer normalen Marktsituation wäre die Differenz zwischen den Fondsanteilen und Deinem Guthaben vermutlich nicht sehr groß. Hat der Fonds Probleme – zum Beispiel in einer gravierenden Krise – kann die Differenz auch deutlich größer sein als in unserem Beispiel. Als Hintergrundinvestment für ein Bankkonto finden wir einen solchen Geldmarktfonds daher unpassend. Möchtest Du in den Geldmarkt investieren, empfehlen wir Dir stattdessen, Dein Geld direkt in einen Geldmarkt-ETF zu stecken.
Welche Sicherungsregeln gelten für Deine Wertpapiere?
Wertpapiere unterliegen im Problemfall nicht der Einlagensicherung, sondern der sogenannten Anlegerentschädigung. Das heißt: Die ETF-Anteile oder Aktien, die Du über Scalable oder einen beliebigen anderen Broker gekauft hast, sind anders geschützt als Guthaben auf Konten. Schließlich kann sich ihr Wert ständig im Börsenhandel ändern und theoretisch auf null fallen, aber auch extrem ansteigen. Wertpapiere sind juristisch Sondervermögen, fallen also bei einer Zahlungsunfähigkeit nicht in die Insolvenzmasse. Stattdessen könntest Du sie auf einen beliebigen anderen Depotanbieter übertragen. Scalable Capital verwahrt Deine Wertpapiere in den üblichen Lagerstätten für Wertpapiere in Deinem Namen.
Falls Scalable Deine Wertpapiere nicht herausgeben könnte, würde die Anlegerentschädigung nach europäischem Recht greifen. Hier sind – wie bei anderen Brokern – 20.000 Euro pro Anlegenden geschützt, maximal 90 Prozent der Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften.
Wie verdient Scalable Capital Geld?
Scalable Capital wie auch einige andere Anbieter von günstigen Depots berechnen Dir nur eine symbolische oder gar keine Gebühr, wenn Du Aktien oder ETFs kaufst. Sie haben Verträge mit kleineren Börsenplätzen wie Gettex oder Lang & Schwarz, die an die Regionalbörsen in München beziehungsweise Hamburg angedockt sind.
Statt von Anlegenden bekommen die Broker für ihre Dienste Geld von diesen Börsenplätzen, an die sie Deine Orders weiterleiten. Du bezahlst je nach Preismodell etwa null oder einen Euro. Drei weitere Euro – beispielsweise – zahlt der Börsenplatz an den Broker. Das ist derzeit noch in Ordnung und wird jeweils im Kleingedruckten der Abrechnung aufgelistet. Allerdings ist diese Vergütung ab Juli 2026 nicht mehr erlaubt. Wie sich Broker dann umstellen, wird sich dann zeigen. Scalable Capital reagiert bereits, indem das Unternehmen einen eigenen Handelsplatz gegründet hat. Die European Investor Exchange/EIX ist angedockt an die Börse Hannover.
Die Wertpapiere an sich sind die gleichen, egal an welcher Börse Du sie kaufst. Die Preise können aber abweichen, insbesondere außerhalb der Handelszeiten der deutschen Referenzbörse Xetra. Dann könnte mehr Geld bei Börsenbetreiber und Depotanbieter hängenbleiben.
Wir raten Dir deshalb, immer nur zu den Öffnungszeiten von Xetra zu handeln. Das ist wochentags zwischen 9 und 17:30 Uhr, auch wenn Du theoretisch großzügigere Öffnungszeiten der anderen Handelsplätze nutzen könntest. Außerdem solltest du vor jedem Kauf ein Preislimit einstellen.